Weshalb mit Ziegel?

Weshalb mit Ziegel?

Aus der Verbindung der Naturelemente Feuer, Wasser und Erde schufen Menschen schon lange vor unserer Zeitrechnung den vielfältigsten aller Baustoffe: den Ziegel. Imposante und geschichtsträchtige Bauwerke sind mit Ziegeln im Lauf der Jahrtausende entstanden, die heute noch begeistern.

Ziegel sind in Form und Vielfalt kaum zu überbieten. Es gibt Dachziegel in vielen Formen und Farben, glasiert und unglasiert. Hintermauerziegel für den modernen Hausbau verfügen heute durch permanent optimierte Produktionsabläufe über beste Dämmeigenschaften. Kleinformatige Ziegel für Böden und Vormauerungen gibt es in verschiedensten Abmessungen, glatt oder strukturiert, niedrig- oder hochtemperatur – gebrannt und mit unterschiedlich farbigen Tonen hergestellt.

Für den Gewölbekellerbau zur Obst- und Weinlagerung sind vor allem die klimaregulierenden Eigenschaften des Ziegels wichtig. Der Ziegel hat jedoch noch viele weitere gute Eigenschaften, durch die er in der Summe der nach wie vor unübertroffen beste Baustoff ist.
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Ziegel sind dampfdiffusionsoffen

Das heisst der Dampfdiffusionswiderstandsfaktor von Ziegeln ist mit 5 bis 10 sehr gering. Überschüssige Luftfeuchtigkeit wird schnell aufgenommen und bei sinkenden Werten wieder abgeben. Auch bei höchsten Feuchtewerten bildet sich kein Schwitzwasser, bzw. Kondensat, Ziegel fühlen sich auch dann trocken an. Muffige Gerüche werden mit absorbiert.

Praktischer Feuchtehaushalt

Dank seiner Kapillaren - der beim Brennprozeß durch Verdampfen der Feuchtigkeit entstandenen winzig kleinen Poren und Haarröhrchen - besitzt der Ziegel mit 1,5 Vol.% die geringste praktische Baufeuchte aller künstlich hergestellten Wandbaustoffe. Die Kapillardynamik bewirkt durch den Transport von Feuchtigkeit aus dem Wandinneren zu den Verdunstungsflächen eine extrem kurze Austrocknungszeit von Ziegelwänden.

Feuchtigkeit wird von Ziegeln also nicht nur schnell aufgenommen, sondern auch wieder gut abgegeben. Der im Ziegelstein enthaltene Kalk wirkt auf natürliche Weise antiseptisch und fungizid auf das Mikroklima. die Luft ist -charakteristisch für Ziegelkeller- feucht und frisch.

Speicherfähigkeit

Der Ziegel ist ein massiver Baustoff. Vor allem Vollziegel, also kleinformatige Klinker, Wand- und Bodenziegel ohne Lochanteil haben eine enorme Fähigkeit Temperaturen zu speichern und reagieren auf Temperaturveränderungen entsprechend sehr träge. Demzufolge reagiert die Innenraumtemperatur eines Ziegelhauses und mehr noch des Ziegelkellers phasenverschoben gegenüber den Aussenwerten. In der Praxis heißt dies, dass ein Ziegelhaus im Winter beim Lüften lange nicht so schnell auskühlt wie Häuser in Leichtbauweise und sind sie noch so gut gedämmt. Dieser Aspekt wird leider beim Erlass von Wärmeschutzverordnungen vernachlässigt.
Im Ziegelgewölbekeller werden nicht nur Temperaturschwankungen im Tagesverlauf, sondern sogar im Jahreszeitenverlauf nivelliert.

Alterungsfähigkeit

Gebrannter Ton ist praktisch unverwüstlich, dies beweisen uns Tontafeln, der Assyrer und in noch stärkerem Maße historische Sichtmauerwerke, denen der "saure Regen" in den letzten Jahrzehnten nichts anhaben konnte. Die Arbeitsflächen und Fußböden in chemischen Labors sind deshalb grundsätzlich aus gebranntem Ton.
Mehr noch: wie solide gearbeitete Möbelstücke werden gerade Handform – Ziegel oder Klinker mit den Jahren immer schöner. Jahrhunderte alte Ziegel aus Gebäudeabrissen sind Liebhaberobjekte.

Formbeständigkeit

Lehm und Ton, der einmal durchs Feuer ging, verändert seine Form weder durch Schwinden noch Quellen. Ziegel weisen nur eine Endkriechzahl von 0,75 aus. Dies ist im Vergleich zu anderen Baustoffen verschwindend wenig.

Standsicherheit

Wände müssen Lasten sicher in den Baugrund ableiten. Der Ziegel bietet dafür unterschiedliche Druckfestigkeitsklassen.

Wärmeschutz

Verputzte einschalige Außenwände aus Leichtziegeln der Rohdichteklasse 0,8 und 0,9 kg/Kubikdezimeter erbringen bei einer Wandstärke von 36,5 cm "k-Werte" von 0,5 W/m²K und darunter. Mit zweischaligem Ziegelmauerwerk, können die "k-Werte" weiter abgesenkt werden. Der Faktor Speicherfähigkeit spielt auch beim Wärmeschutz eine große Rolle: Der Ziegel speichert Wärme und Feuchte und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Er wirkt "klimatisierend". Ziegelwände nivellieren Temperaturspitzen. Diese gelangen gedämpft und zeitversetzt an die Innenseiten der Außenwände.

Lärmschutz

Besonders massive Ziegel mit wenig bis keinem Lochanteil und hoher Dichte bieten besten Schutz vor Außenlärm.

Schallschutz

Ziegelwände innerhalb eines Gebäudes zwischen fremden Wohnungen erfüllen die genormten Anforderungen in entsprechender Rohdichte mit Leichtigkeit. Auch hier gilt je massiver desto besser.

Feuerwiderstand

Der Ziegel ist ja bereits „gebrannt“. Ziegel sind 100 % feuerbeständig.

Wiederverwendbarkeit bzw. Recycling

Beim Abbruch von Ziegelmauerwerk aus Kleinformaten können die Ziegel oftmals wieder vermauert werden. Zu Ziegelsplitt vermahlen, stellen gebrauchte Ziegel einen wertvollen Rohstoff dar. Im Gegensatz dazu müssen andere Baustoffe die oftmals Sondermüll darstellen, höchst kostenpflichtig entsorgt werden.